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Konjugation

Die Konjugation – beim Sprachenlernen sonst der schwierigste Teil – ist in Esperanto in wenigen Minuten erlernt. Man ersetzt einfach die Grundform-Endung -i durch die Endung der gewünschten Zeit. Mehr ist es nicht.

Grundform: -i

  • labori – arbeiten

Gegenwart: -as

  • mi laboras – ich arbeite
  • vi laboras – du arbeitest
  • li/ŝi laboras – er/sie arbeitet
  • ni laboras – wir arbeiten
  • vi laboras – ihr arbeitet
  • ili laboras – sie arbeiten

Vergangenheit: -is

  • mi laboris – ich arbeitete oder ich habe gearbeitet
  • vi laboris – du arbeitetest oder du hast gearbeitet
  • li/ŝi laboris – er/sie arbeitete oder er/sie hat gearbeitet
  • ni laboris – wir arbeiteten oder wir haben gearbeitet
  • vi laboris – ihr arbeitetet oder ihr habt gearbeitet
  • ili laboris – sie arbeiteten oder sie haben gearbeitet

Zukunft: -os

  • mi laboros – ich werde arbeiten
  • vi laboros – du wirst arbeiten
  • li/ŝi laboros – er/sie wird arbeiten
  • ni laboros – wir werden arbeiten
  • vi laboros – ihr werdet arbeiten
  • ili laboros – sie werden arbeiten

💡 Eselsbrücke: Die drei Zeiten folgen den Vokalen i–a–o:

  • -is (Vergangenheit)
  • -as (Gegenwart)
  • -os (Zukunft)

💡 Merke: Wie schon in Lektion 1 ist die Endung für alle Personen gleich – ob Einzahl oder Mehrzahl:

  • Mi estas – ich bin
  • vi estas – du bist
  • la patroj estas – die Väter sind
  • … usw.

Esperanto hat nur diese 3 Zeiten. Entsprechungen zu den zusammengesetzten deutschen Zeiten lassen sich zwar bilden, kommen aber so selten vor, dass hier auf sie verzichtet wird.

Das unpersönliche „es" wird nicht übersetzt:

  • Pluvas. – Es regnet.
  • Estas tiel. – Es ist so.

Wortbildung

Wer Fremdwörter kennt, besitzt bereits einen großen Esperanto-Wortschatz. An die Besonderheiten der Schreibung gewöhnt man sich rasch – folgende Wörter zum Beispiel versteht jeder sofort:

  • kvanto, kvalito, bazo, centro, katastrofo, krizo, kontroli, konsumi, kalkuli, korekti, protesti

Neue Wörter entstehen auf drei Wegen:

  • Endung ändern:
    • skribo – Schrift
    • skriba – schriftlich
    • skribi – schreiben
  • Wörter verbinden:
    • skribmaŝino – Schreibmaschine
    • maŝinskribo – Maschinenschrift
  • Wortbildungssilben (Vorsilbe – prefikso, Nachsilbe – sufikso), zum Beispiel:
    • malbono – schlecht
    • patrino – Mutter

💡 Tipp: Diese Baukasten-Logik ist das Herz von Esperanto: Aus wenigen Wurzeln und Silben bildet man selbst unzählige Wörter.

Akkusativ

Esperanto kennt nur 2 Fälle: Nominativ und Akkusativ. Den Akkusativ bildet man mit der Endung -n.

Er steht dort, wo man fragt:

  • Wen oder was (sehe ich)?
  • Wohin (gehst du)?

Nominativ

  • Einzahl: libro – das Buch (ist)
  • Mehrzahl: libroj – die Bücher (sind)
  • Fürwort: mi – ich

Akkusativ

  • Einzahl: libron – das Buch (sehe ich)
  • Mehrzahl: librojn – die Bücher (sehe ich)
  • Fürwort: min – mich

💡 Merke: Das -n steht immer ganz hinten – auch nach dem Mehrzahl-j: librojn.

Beispiele

  • Ĉu vi havas novan amikon? – Hast du einen neuen Freund?
  • Kiun libron vi havas? – Welches Buch hast du?

💡 Hinweis: Wo das Deutsche Genitiv oder Dativ gebraucht, steht im Esperanto der Nominativ in Verbindung mit einem Verhältniswort:

  • la libro de la patro – das Buch des Vaters
  • La patro donas al ŝi libron. – Der Vater gibt ihr ein Buch.

Vorsilbe mal-

bildet das genaue Gegenteil:

  • amiko – Freund / malamiko – Feind
  • granda – groß / malgranda – klein

💡 Eselsbrücke: Ein einziges mal- ersetzt ein ganzes Heer von Gegenwörtern – statt eigener Vokabeln für „klein, kurz, langsam, schlecht" genügen malgranda, mallonga, malrapida, malbona.

Vorsilbe ge-

fasst Personen beiderlei Geschlechts zusammen (die Mehrzahl-Endung -j muss dabei immer hinzutreten):

  • gepatroj – Eltern
  • gefratoj – Geschwister
  • gesinjoroj – Damen und Herren

Ke

ke – dass

  • Mi ne komprenas, ke vi ne havas tempon. – Ich verstehe nicht, dass du keine Zeit hast.
  • Ĉu vi povas kompreni, ke li ne skribis? – Kannst du verstehen, dass er nicht schrieb?

⚠️ Achtung: ke (dass) nicht mit kio (was) verwechseln – ke leitet nur einen Nebensatz ein und fragt nach nichts.

Fürwörter

Hinweisende Fürwörter beginnen mit ti-. Zwischen den ki- und ti--Wörtern besteht eine feste Wechselbeziehung – „Frage" und „Antwort" reimen sich:

  • kiu / tiu – wer / der
    • Kiu laboras, tiu havas monon. – Wer arbeitet, der hat Geld.
  • kio / tio – was / das
    • Kio estas mia, tio estas ankaŭ via. – Was mein ist, das ist auch dein.
  • kia / tia – wie / so
    • Kia la patro, tia la filo. – Wie der Vater, so der Sohn.
  • kie / tie – wo / dort
    • Kie vi manĝas, tie mi lernas. – Wo du isst, dort lerne ich.
  • kion / tion – was / das
    • Kion mi volas, tion mi havas. – Was ich will, das habe ich.

💡 Tipp: Das vollständige System dieser Wörter steht im Anhang als Tabellwörter. Hier genügt es, das Paar-Prinzip ki-ti- zu erkennen.

Eigenschaftswörter

Eigenschaftswörter enden auf -a:

  • bela – schön
  • bona – gut
  • granda libro – ein großes Buch

Einige Höflichkeitsformen

  • saluton – Guten Tag, Tschüss
  • bonvolu – bitte … (nehmen Sie, gehen Sie …)
  • dankon – danke